Erstmusterprüfbericht (EMPB): Inhalt, Ablauf und Normen

Ein Erstmusterprüfbericht (EMPB) belegt, dass erste Serienteile aus serienmäßigen Werkzeugen und Prozessen alle Anforderungen der Zeichnung und Spezifikation erfüllen. Kern ist die vollständige Maßprüfung aller Zeichnungsmerkmale, ergänzt um Werkstoff-, Funktions- und Prozessnachweise — in der Automobilindustrie nach VDA Band 2 oder PPAP, in der Luftfahrt nach EN 9102.

Von Richard Weber, Gründer von QMreport · Stand 31.10.2026

Häufige Fragen

+Wie viele Teile werden bei der Erstmusterprüfung gemessen?

Das legt der Kunde fest. Häufig sind es ein bis fünf Teile; bei Mehrfachwerkzeugen wird üblicherweise mindestens ein Teil je Kavität bzw. Nest vollständig gemessen, weil jede Kavität eigene Maße erzeugt.

+Was ist der Unterschied zwischen EMPB und PPAP?

Beide dienen der Freigabe erster Serienteile. „Erstmusterprüfbericht“ ist der im deutschsprachigen Raum übliche Begriff und lehnt sich in der Automobilindustrie an VDA Band 2 an. PPAP (Production Part Approval Process) ist das Verfahren der nordamerikanischen Automobilindustrie (AIAG) mit fünf Vorlagestufen, wobei Stufe 3 der Standard ist.

+Wer erstellt den Erstmusterprüfbericht?

Der Lieferant bzw. Hersteller des Teils. Der Kunde prüft den Bericht und die Muster und erteilt die Freigabe, eine Freigabe mit Auflagen oder lehnt ab.

+Müssen auch Maße mit Allgemeintoleranz geprüft werden?

Ja. Beim Erstmuster werden alle Merkmale der Zeichnung geprüft — auch Maße ohne eigene Toleranzangabe, für die die im Schriftfeld genannte Allgemeintoleranz (z. B. ISO 2768-m) gilt.

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